In Deutschland wird es allgemein als Staatsaufgabe angesehen, Wohnungslose unter Obdach zu bringen. Dies allein war in der Geschichte unseres Landes noch nie einfach. In den letzten Jahren wurde diese Aufgabe in München dramatisch verschärft, weil auch anerkannte oder geduldete Flüchtlinge und Asylbewerber nach Erteilung von Anerkennung oder Duldung ebenfalls nach Hartz-4 wechseln. Sie treten dann bei der staatlichen Wohnungsverteilung zu den schon vorhandenen Wohnungslosen in direkte Konkurrenz.

Die Landeshauptstadt München hat sich in dieser dramatischen Lage nun zu einem recht abenteuerlichen Immobilien-Deal hinreißen lassen. Ein bereits angemietetes Bürogebäude soll auf städtische Kosten zu einem Wohngebäude umgewandelt werden. Die Kosten dafür betragen EUR 10 Millionen. Nach nur 12 Jahren soll das Gebäude wiederum auf städtische Kosten in den Ursprungszustand versetzt werden, wenn der Eigentümer das dann verlangt.

Dieses Vorgehen der Stadt ist doppelt ineffizient, weil die Stadt München für ihre zahlreichen öffentlichen Angestellten und Beamten dringend nach Büroräumen sucht. Ein effizienter Einsatz öffentlicher Mittel hätte so ausgesehen, dass dieses Immobiliengeschäft ohne die Umbauten und Rückbauten getätigt worden wäre. Damit hätte sich die Bürosituation entspannt und mit dem gesparten Geld könnte man an anderer Stelle einen anderen Immobilien-Deal angehen. Diesmal von Anfang an ein Wohnheim, am besten einen Neubau.

Unsere dahinweisenden schriftlichen Anfragen (2!) und unser mündliches Drängen in den zuständigen Ausschüssen stießen leider auf Unverständnis.

Ein Gutes hat die Sache: München gewinnt an Bekanntheit. Es hat jetzt nämlich gute Chancen auf eine weitere Erwähnung im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler.

Schauen Sie sich zu dem ganzen Schlamassel auch unser Video-Statement von unserem Stadtrat Andre Wächter an:

Weiterführende Links:

Der kommende Beschluss

Unsere 2 Anfragen, beide sind bisher nicht beantwortet:

22. September 2017: Alternative Neubau?

13. Oktober 2017: Büronutzung von Wotanstraße 88?